25.05.2016 / 9.Alsergrund

Schulausflug – über das Nachwirken der NS-Zeit

An Menschen erinnern, die aufgrund ihrer jüdischen Herkunft diskriminiert, vertrieben und ermordet wurden, wird seit vielen Jahren am Alsergrund - auch aufgrund seiner Bezirksgeschichte – tatsächlich gelebt. Um auf die Nachwirkungen der Nazizeit aufmerksam zu machen, sucht die Agendagruppe Gedenkprojekt Volksopernviertel im Rahmen von Film- und Diskussionsabenden mit den BewohnerInnen des Bezirks das Gespräch.

Ein erster Filmabend mit angeregter Diskussion fand Mitte Mai statt. Der Dokumentarfilm schulausflug, von Regisseur und Drehbuchautor Max Liebich, zeigt in 3 Sequenzen welche Eindrücke die Reise einer Maturaklasse nach Auschwitz und Auschwitz-Birkenau bei den SchülerInnen und LehrerInnen hinterlässt. Die Busfahrt wird filmisch eingefangen, zeigt die lockere Stimmung der Jugendlichen und geht über in die bedrückende Situation beim Besuch des ehemaligen Konzentrationslagers. Die ZuschauerInnen der Doku werden anschließend Teil der Reflelxionsrunde sowie kleinerer Gesprächsrunden in denen das Erlebte auf sehr unterschiedliche Art und Weise aufgearbeitet wird.

 

Das Publikum fand die beobachtende Rolle des Filmzuschauers interessant. Einen großen Eindruck hinterließen auch der Wandel der Stimmung der ProtagonistInnen vor und nach dem Besuch, sowie die unterschiedlichen Methoden der Verarbeitung des Erlebten.

 

Die Agendagruppe Gedenkprojekt Volksopernviertel hat sich seit 2014 auf die Suche nach der Geschichte und den Geschichten der Menschen im Grätzl rund um die Volksoper gemacht und konnte im Herbst 2015 eine Gedenk-Stele in der Fluchtgasse 7 errichten lassen. Weiteres zu diesem Projekt können Sie hier nachlesen.